Dienstag, 7. Juni 2011

Kampfrentner reloaded

Schönen guten Tach zusammen!

Heute schreibe ich etwas über einen älteren Herren, der mich letzten Samstagmorgen auf der Arbeit mit seiner Lebenserfahrung "erfreut" hat.
Der werte Herr wollte Rock'n'Roll aus den 50ern. Das war aber gar nicht so leicht herauszufinden. Denn der gute Mann redet unglaublich schnell, nuschelt und bricht Sätze mittendrin ab, um einen neuen anzufangen, den er dann auch nicht zu Ende führt!
Nachdem ich dann wusste was er wollte, zeigte ich ihm unsere Auswahl an Rock'n'Roll-Samplern und habe für ihn auch nach bestimmten Künstlern gesucht. Vieles von dem was er wollte hatten wir nicht da.
Aber das wusste er ja auch schon vorher.
Und da ihm der Rest meiner so liebevoll zusammengesuchten Auswahl nicht gefallen hat, erfreute er meinen Kollegen mit genau der selben Bitte.
Ich dachte mir dann nur: "Passt schon." Bis er dann wieder am Schalter stand um sich seine CDs anzuhören und mir alle fünf Sekunden die Kopfhörer hinzuhalten und zu sagen:" Hören sie sich das mal an! Voll Super! Sowas gabs damals schon! Ist ja heute nicht besser, nur lauter!"
Und ich dachte mir:"Ich weiß wie Rock'n'Roll klingt. Ich hör das auch ganz gerne. Und nur weil ich 800 Jahre jünger bin, heißt das nicht, dass ich nicht weiß was Rock'n'Roll ist!"

Aber lasst uns einen Sprung zum heutigen Tag, Dienstag, machen. Ich stehe also wieder hinterm Infotresen und sortiere CDs, die am Montag so liegengeblieben sind. Da klingelt das Telefon. Ich dachte (und das denke ich immer wenn auf der Arbeit das Telefon klingelt): "Blärch!"
Aber pflichtbewusst wie ich bin nimm ich natürlich den Hörer ab und sage:"Ihr Lieblingsladen in ihrer Lieblingsstadt, Mack, guten Morgen."
Stimme:" Ja guten Morgen, ist den die Cd von Irgendwem Lee wieder aufgetaucht?"
ich:" Wie bitte?"
(Und dann fiel mir ein woher ich diese Stimme kannte)
Älterer Herr von Samstag: " JA, ich wollte die CD haben, aber die war nicht auffindbar und ihr Kollege hat gesagt er legt sie mir zurück, wenn sie wieder auftaucht!"
Ich:" Ah ja, kleinen Moment bitte, ich schau mal nach."

Die CD wurde offensichtlich nicht gefunden, denn sie war nicht zurückgelegt.

Ich wieder am Telefon:" Nein, tut mir leid, die Platte ist nicht mehr aufgetaucht."
Er:" Ach ja, schade. Weil ich hab am Samstag schon die Fächer unter B und C und bei Blues und so durchgeschaut, obwohl die CD ja unter L stehen müsste, aber naja. und die andere CD die ich gekauft habe läuft auf meinem Radio-CD-Player gar nicht! Der spielt sie nicht ab. Da können sie natürlich nix für. Das macht ja die Industrie mit den neuen CDs. Aber auf hochwertigen Playern läuft die schon. Weil ich bin ja Plattenproduzent und hab ja auch einen hochwertigen Player und da läuft ja die CD. Wissen sie was ich meine?"
Ich (dummerweise): "Ja, kann schon passieren, dass ältere Modelle mal Probleme haben eine CD abzuspielen."
Er:" Ja, früher gabs ja... "

An den Rest des Gesprächs erinnere ich mich nicht mehr so genau, weil mein Ohr angefangen hat zu Bluten, aber es ging noch um alte CD-Hüllen und Booklets, die man aus irgendwelchen Gründen, die ich aufgrund von Genuschel und Gestottere nicht verstanden habe, nicht richtig anschauen konnte... oder so.

Das war spannend.

Samstag, 4. Juni 2011

L.A. Noire Review

So und hallo zu meinem ersten Blogeintrag.

Heute geht es um das kürzlich erschienene Konsolenspiel L.A. Noire. Ich habe die PS3-Version gerade durchgespielt und möchte euch nun meine Eindrücke dazu näher bringen.
Zu aller erst:: es ist kein GTA-Klon. Wer also massig Aktion und unzählige Nebenbeschäftigungen erwartet wird entäuscht sein. Es gibt zwar Nebenmissionen, diese beschränken sich aber auf Schießereien und Verfolgungsjagden.
Nein, dieses Spiel ist kein Actiongame, es ist viel mehr ein interaktiver Krimi, in dem ihr die Hauptrolle spielt. Ihr spielt einen Polizisten im Los Angeles der 40er Jahre und arbeitet euch langsam in der Polizeirangliste nach oben, bekommt von Vorgesetzten Fälle zugeteilt und müsst den Täter dingfest machen.
Dabei laufen die Fälle größtenteils nach dem selben Muster ab. Ihr untersucht den Tatort, sammelt Hinweise, die euch auf die Spuren möglicher Verdächtiger bringen und verhört diese anschließend.
Und hier spielt L.A. Noire seine größte Stärke aus: Die Gesichtsanimationen sind der absolute Hammer. Man erkennt jeden Muskel, der sich im Gesicht eurer Figur und aller anderen Figuren bewegt, seien es die Kiefermuskeln beim sprechen, oder ein nervöses Augenzucken. Etwas derartig beindruckendes habe ich noch nie in einem Spiel gesehen.
Und das ist auch gut so, immerhin müsst ihr an Hand der Mimik eures Verdächtigen entscheiden, ob er euch belügt, oder nicht. Beschuldigt ihr den Verdächtigen einer Lüge, müsst ihr, ähnlich wie bei der Phönix Wright Serie auf dem DS, den passenden Beweis aufführen, um die Lüge auffliegen zu lassen. Dabei kommt eine wahnsinnig dichte Atmosphäre auf, die auch von den wirklich guten Synchronsprechern getragen wird. Ihr könnt übrigens alle Fälle beenden, auch wenn ihr nicht alle Hinweise findet, oder mal ein paar Antworten falsch bewertet habt. In solchen Fällen bekommt ihr einfach eine schlechtere Bewertung nach Abschluss einer Mission.
Jedoch leidet L.A. Noir auch an einigen Schwächen. So wiederholt sich das Gameplay recht schnell, da eben 90% der Fälle nach dem selben Schema ablaufen und das Dekungssystem, das in den Schusswechseln zum Einsatz kommt, funktioniert ebenfalls nicht 100 prozentig. Mir sind bei meinen Fahrten durch das L.A. der 40er auch einige Texturfehler und Pop-Ups aufgefallen. Ganz zu schweigen von den quasi nicht vorhandenen Wasseranimationen. Hinzukommt, dass die Story zwar spannend ist, allerdings nur sehr langsam in Fahrt kommt und dann relativ apprupt endet.
Alles in Allem ist L.A. Noire aber ein tolles Spiel, das ihr aufgrund des unverbrauchten und originellen Ansatzes unbedingt spielen solltet.